BIM – oder die Einigkeit zur Uneinigkeit

Wikipedia sagt über BIM: Der Begriff Building Information Modeling (kurz: BIM; deutsch: Gebäudedatenmodellierung) beschreibt eine Methode der optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mit Hilfe von Software. Dabei werden alle relevanten Gebäudedaten digital erfasst, kombiniert und vernetzt. …

In der Regel sind die Beschreibungen und Informationen bei Wikipedia stimmig. Aus der Sicht eines Gebäudes ist die Beschreibung stimmig und zutreffend. Hinzu kommen jetzt aber auch Menschen und mit ihnen die unterschiedlichsten Wünschen, Betrachtungen, Ansichten und vor allen Dingen mit ihren Prozessen und wirtschaftlichen Interessen. Immer wenn der Mensch hinzu kommt wird es leider umständlich und kompliziert.

Die Bauherren bauen Gebäude nach ihren Wünschen und Budgets. Die Planer arbeiten seit Jahren mit ihren Softwareprodukten. Die an der Planung beteiligten Zulieferer von technischen Anlagen arbeiten seit Jahren mit ihren Softwareprodukten. Die Bauunternehmen erstellen Gebäude und nutzen zur organisatorischen Abwicklung Software. Die Softwarehersteller verfeinern und erweitern seit Jahren ihre Softwareprodukte. Entweder die Bauherren oder Betreiber bewirtschaften nach der Fertigstellung die Gebäude mit Unterstützung von Software. Alle sind erfolgreich. Aber haben alle eine gleiche Vorstellung von BIM oder funktioniert BIM so, wie es sich alle vorstellen?

BIM-IFC-300Menschen, die eine unterschiedliche Muttersprache haben, sprechen miteinander und sind sich einig, solange ihre wirtschaftlichen Interessen nicht davon betroffen sind. Sie haben einen kommunikativen Weg gefunden. Softwarehersteller verfolgen immer wirtschaftliche Interessen. Die Menschen sind sich aus wirtschaftlichen Gründen einig, dass die Softwarehersteller sie dabei unterstützen sollen, ihre Daten miteinander auszutauschen. Die Hersteller erfüllen diese Wünsche immer bis zu einem gewissen Grad. Zum Austausch von 2D-Daten hat sich über Jahre gegen diverse Wiederstände das DXF-Format durchgesetzt. Danach ist auf die gleiche Art und Weise für die 3D-Daten das IFC-Format entstanden. Sind wir aber damit unserem Ziel BIM näher gekommen?

BIM-BIM-300Es ist unstrittig, dass BIM dabei hilft, Planungsfehler zu vermeiden und Baukosten exakter zu kalkulieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bauherren deshalb grundsätzlich etwas gegen BIM einzuwenden haben. Softwareanwender werden sich nach und nach mit BIM anfreunden, wenn sie sehen, dass BIM sie dabei unterstützt, Fehler zu vermeiden. Auf unnötige Diskussionen im Rahmen der Mängelbeseitigung kann jeder verzichten. Bleibt einzig und allein noch die Gruppe der Softwarehersteller über, die ihre Produkte so umbauen müssen, dass anschließend alle die über BIM sprechen bis in die technische Tiefe auch über das gleiche BIM sprechen.

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