Von 0 auf 100 BIM

100BIM

Vergleiche hinken immer, aber erlaubt sind sie schon. Alle Unternehmen, die BIM einführen wollen, müssen irgendwann einmal beginnen und sich auf die Fahrt begeben. Des deutschen liebstes Kind ist immer noch das Auto. Also warum nicht einmal einen Vergleich mit einem Auto anstellen. 

Jede Fahrt hat einen Start und ein Ziel. Das Ziel soll der perfekte Einsatz vom BIM sein = 100 BIM sein. Aber auf welchem Weg soll ich fahren, welches Auto habe ich, wie ist mein Auto motorisiert, wie schnell will ich an das Ziel gelangen oder welche Fahrweise ist angemessen? Alle diese Fragen muss ich mir stellen. 

Hinzu kommen noch weitere Fragestellungen, an die man nicht sofort denkt. Benötige ich einen Führerschein? Gibt es Verkehrsregeln? Wie sind die Straßenverhältnisse? Darf mein Auto überhaupt auf der Straße fahren? 

Die Fahrzeuggröße ist gesetzt, denn jedes Unternehmen, dass sich mit der Einführung von BIM beschäftigt, hat zum Zeitpunkt des Starts eine bestimmte Größe. Auch der Motor = die Zahl der Mitarbeiter und dessen Stärke = Kenntnisse der Mitarbeiter ist zu Beginn der Fahrt bekannt. 

Nun muss noch das Ziel der Fahrt = 100 BIM definiert werden. Aber wo befinde ich mich denn überhaupt auf der Landkarte? Wo ist mein Startpunkt und wohin möchte ich fahren. Deshalb muss ich mich zuerst mit den Rahmenbedingungen auseinandersetzen, bevor ich das Ziel definieren kann. 

Nun habe ich das Auto, den Motor, den Startpunkt und das Ziel definiert. Jetzt folgt die exakte Planung der Reise. Wir möchten sicher das Ziel 100 BIM erreichen. 

Wie schnell will ich mein Ziel erreichen? Im Normalfall will ich immer schnell an das Ziel kommen. In manchen Dingen bin ich ein ungeduldiger Mensch. Ich muss mir aber Gedanken darüber machen, ob mein Unternehmen und meine Mitarbeiter mit meiner gewünschten Geschwindigkeit überhaupt zu bewegen sind. Einen Motorschaden will ich nicht riskieren. Wenn mir die Schnelligkeit am wichtigsten ist, dann muss ich mir überlegen, ob ich das Fahrzeug verändern und den Motor auswechseln muss, bevor ich losfahre. Eines ist auf alle Fälle zu berücksichtigen. Eine schnelle Fahrweise führt auch zu einem höheren Benzinverbrauch = Kosten. 

Ich habe mich entschieden. Ich möchte dann doch lieber mit meinem Fahrzeug und mit meinem Motor die Fahrt beginnen. Ein Blick auf die Finanzen sagt mir welche Fahrweise angebracht ist. Nicht nur aus Gründen der Finanzierung ist es ratsam die Fahrt in Etappen zu planen. In den Tank meines Fahrzeugs passt immer nur eine bestimmte Menge Benzin. Meine Mitarbeiter können nicht das ganze notwendige Wissen auf einmal zu Beginn der Fahrt aufnehmen. Nach dem Erreichen der ersten Etappe kann ich dann überlegen, wie ich das nächste Etappenziel setzen will. Es schadet nicht, wenn man während der Fahrt noch einmal über die Fahrt selbst nachdenkt. 

Welche Route ist die richtige? Wir haben noch keine Aussage über die Route der Fahrt gemacht. Wir wissen nur, dass wir unsere Fahrt in Etappen planen wollen und wir wissen wie viel Benzin in den Tank passt. Wir wollen sicher und störungsfrei ans Ziel kommen. Aber egal, wo wir entlang fahren, treffen wir immer irgendwo auf Baustellen. Für unser Ziel 100 BIM benötigen wir komplexe und durchgängige digitale Softwarelösungen. So kann es sein, dass wir trotz aller guten Reiseplanungen immer einmal wieder auf eine Tagesbaustelle treffen, die leider vor Reiseantritt nicht bekannt war. 

Ist ein Navigationsgerät hilfreich? Wir müssen dann aber erst einmal hinterfragen, ob unsere Fahrzeuge überhaupt damit ausgestattet sind und ob wir denn schon so eine hohe Verkehrsdichte auf den BIM Straßen haben, dass diese Geräte bereits erfunden worden sind. Ich kürze es an dieser Stelle ab. BIM Navis gibt es noch nicht. 

Gibt es denn überhaupt schon Verkehrsregeln? In einigen Ländern gibt es bereits Verkehrsregeln. Ich habe noch nicht alle Länder bereist. In den USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Singapur, Norwegen, Dänemark, Finnland, Niederlande und Österreich habe ich ein oder sogar mehrere Regelwerke = BIM Leitfäden gefunden. Leider sind die BIM-Leitfäden nicht einheitlich. Den deutschen Leitfaden betrachte ich nur als erste Aussage zu dem Thema. 

Ist mein Auto überhaupt verkehrstauglich? Jedes Auto in Deutschland muss regelmäßig zum TÜV oder zur Dekra. Ich habe dann nach entsprechenden weltweiten Standards und Normen (ISO) gesucht, mit denen man eine BIM-Prüfung von Unternehmen durchführen könnte. Wenn ich schon suche, dann suche ich ebenfalls nach einer Standardisierung und Normierung von Straßen. Auch die sollten 100 BIM tauglich sein. Die Suche habe ich dann auch in Deutschland (DIN) durchgeführt. Das Ergebnis war ernüchternd. Es gibt die ersten Ansätze und Definitionen aber leider noch nichts wie zum Beispiel die DIN 276 und die DIN 277. Die Momentan einzige fest definierte weltweite Norm ist der Datenaustausch über IFC. Das ist doch einmal ein Anfang. 

Dürfen wir uns überhaupt ohne Fahrprüfung an das Steuer setzen? Dürfen wir auch ohne Fahrlehrer in Richtung 100 BIM aufbrechen? Grundsätzlich darf jeder selbst in Richtung 100 BIM fahren. Gebote oder Verbote gibt es nicht. In einigen Ländern halte ich es durchaus für sinnvoll, wenn sich Unternehmen einen Fahrlehrer aussuchen, der ihnen bei der Fahrt entweder ganz oder phasenweise zur Seite steht. In Deutschland gibt es auch den einen oder anderen Fahrlehrer obwohl es noch keine Normen und Regeln gibt. Die Frage ist nur, wie oft die Fahrlehrer selbst schon den Weg von 0 auf 100 BIM gefahren sind und vor allen Dingen auf welchen Wegen sie dann gefahren sind. 

Nun zwei Fragen, die ich zu Beginn noch nicht gestellt habe. Wann soll ich dann überhaupt die Fahrt beginnen und warum sollte ich überhaupt die Fahrt schon jetzt beginnen? 

Die Frage nach dem „Wann“ kann man mit einem knappen „Sofort“ beantworten. Weltweit nimmt das Thema BIM nach und nach Fahrt auf und es wird kontinuierlich an den Leitfäden und Normen und an deren Vereinheitlichung gearbeitet. Und wie immer im Leben, plötzlich sind sie dann fertig. Egal wo ich mich mit meinem Unternehmen befinde, ist es jetzt schon sinnvoll sich auf die Fahrt in Richtung 100 BIM zu begeben. Die Etappen kann man grob einteilen. Nach jeder Etappe sollte man aber noch einmal betrachten, wie sich die Leitfäden und Normen und die Straßen weiterentwickelt haben. 

Die Frage nach dem „Warum jetzt“ kann man auch kurz und knapp beantworten. Wissen kann man nur kontinuierlich über einen längeren Zeitraum erwerben und aufbauen. Die Methode „Bleifuß“ ist beim Autofahren machbar aber nicht sinnvoll. Auf dem Weg in Richtung 100 BIM ist diese Methode nicht sinnvoll und nur unter einem erheblichen finanziellen Aufwand machbar. 

Nun kommt die letzte Frage. Was passiert, wenn ich auf die Fahrt in Richtung 100 BIM verzichte? Ich fahre mit meinem Auto ja nicht zum Selbstzweck in Richtung 100 BIM. Ich möchte mein Auto meinen Kunden für Ihre Projekte als Lastwagen, Lieferwagen oder Taxi anbieten. Meine Kunden werden mich nur noch beachten, wenn ich mich im fließenden Verkehr bewege und sie mich dort sehen. Wenn mein Auto auf einem Parkplatz oder in einer Garage steht, dann kann ich es auch gleich verkaufen oder abmelden.

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