BIM zwischen GIS und Maschinen- und Anlagenbau

GMLIFCJT

Die Diskussion um BIM hat uns eine spannende Herausforderung beschert. Mit dem Thema BIM verändern sich auf einmal die Sichtweisen, die Arbeitsweisen und die digitale Zusammenarbeit.  

Je nach Sichtweise sprechen wir über Smart City, Industrie 4.0 oder Bauindustrie 4.0. Für mich läuft alles unter dem Begriff Digitalisierung. 

Mittlerweile haben alle Bereiche ihre eigenen ISO-Normen bzw. Datenformate für die genutzten Objektbeschreibungen. Es gibt das GML-Format (ISO 19136:2007) für den Bereich GIS, das JT-Format (ISO 14306:2012) für den Maschinen- und Anlagenbau und das IFC-Format (ISO 16739:2013) für die Architektur und das Bauwesen. 

GIS beschreibt das große Ganze und betrachtet ein Gebäude nur bis zu seiner äußeren Hülle. BIM beschreibt das Gebäude und die darin enthaltenen Objekte. Der Maschinen- und Anlagenbau (ME) beschreibt die Objekte in ihrer Tiefe bis zum kleinsten Element. 

Jeder Bereich benötigt die anderen und alle sind im Rahmen der Digitalisierung auf die Hilfe von allen angewiesen. Beispiele: 

  • GIS -> BIM: Gib mir nur die Hülle des Gebäudes und die Anschlusspunkte für Leitungen und die Eingänge.
  • BIM -> GIS: Gib mir die Daten des Grundstücks und die Lage der Straßen und Hauptleitungen.
  • BIM -> ME: Gib mir die Hülle der Maschinen und Anlagen und deren Anschlusspunkte für Ver- und Entsorgung.
  • BIM -> ME: Ich benötige Informationen, wann die Maschinen- und Anlagen geprüft und gewartet werden sollen.
  • ME -> BIM: Baue mir ein Gebäude, damit meine Anlage und meine Mitarbeiter geschützt sind. 

Solange die Gebäudeplaner ihre 2D Zeichnungen gemacht haben, hatten die drei großen Bereiche GIS, Architektur/Bauwesen sowie Maschinen- und Anlagenbau nichts oder nicht viel miteinander zu tun. Jeder hat unabhängig voneinander gearbeitet, obwohl alle Bereiche schon immer in einer realen Abhängigkeit zueinander waren. 

Nun wird die Welt digital und wir müssen uns überlegen, wie wir elegante Übergänge von GML zu IFC, von IFC zu GML, von JT zu IFC und von IFC zu JT hinbekommen. Kurzfristig fallen uns dann meist immer nur Schnittstellen ein. Wenn wir aber als Ziel haben, schon durchgängig in der Planung zusammenarbeiten zu wollen, bringt uns eine Denkweise in Schnittstellen nicht weiter. 

Die anderen Bereiche haben eigentlich nur darauf gewartet, dass die Bauindustrie aufwacht. Nun haben wir uns mit dem Thema BIM auf den Weg begeben und müssen nicht nur BIM sinnvolle Strukturen und Richtlinien geben, sondern müssen auch immer wieder daran denken, dass wir mit den anderen Bereichen durchgängig zusammenarbeiten wollen.

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