Kann man sein technologisches Wissen in BIM Projekten schützen?

In der letzten Woche habe ich wieder einmal eine Anfrage eines Unternehmens erhalten, das in einem ganz speziellen Umfeld Fachplaner ist und über ein sehr spezielles Wissen verfügt. Das Unternehmen und dessen Wertschöpfung gründet sich auf der Basis dieses Wissens. Das Unternehmen möchte sein Wissen schützen. Die Kunden und Investoren erwarten aber, dass das Unternehmen die Planungsprojekte zukünftig mit der BIM-Methodik abwickelt.

Wenn Unternehmen gemeinsam BIM Projekte planen, dann machen sie ihre Leistungen allen anderen gegenüber im Projekt transparent. Gerade die Transparenz und die vertrauensvolle Zusammenarbeit sorgt ja dafür, dass die Projekte erfolgreich innerhalb des Zeit- und Kostenrahmens umgesetzt werden können. Bevor die Planungen real auf der Baustelle umgesetzt werden, wird jedes Detail komplett digital umgesetzt. Jedes Bauteil bekommt seinen digitalen Platz im gesamten Modell. Jedes Bauteil hat seine Dimensionen und jedes Bauteil könnte sich mit anderen Bauteilen überschneiden. Jedes technische Bauteil verfügt über unterschiedliche Anschlusspunkte für diverse Medien. Der Elektriker sollte schon wissen, um welche spezielle Maschine es sich handelt und welche Anschlussleistung die Maschine hat. Die Leitungen müssen entsprechend ausgelegt sein.

Mit der Transparenz sinkt das Risiko von Kostensteigerungen. Mit der Transparenz steigt aber auch das Risiko, dass technische Details veröffentlicht werden, die der eine oder andere als sein Kapital lieber schützen würde.

Der technische Spezialplaner ist in der Regel nicht derjenige, der Bauteile erfindet und herstellt. Er ist derjenige, der im Rahmen eines Projektes die verschiedenen Bauteile und Objekte entsprechend zusammenstellt und in einem Gebäude den Standort festlegt. Dieses Fachwissen ist seine Stärke. Wenn jetzt der Architekt ebenfalls einen Zugriff auf die einzelnen Bauteile hat und der Auftraggeber und Investor später für die Wartung und Bauunterhaltung die komplette digitale Dokumentation bekommt, dann ist ein Spezialist nie sicher davor, dass diese Objekte in der nächsten gleichartigen Planung von seinem Auftraggeber oder von dem Architekten wiederverwendet werden.

Fraglich ist nur, ob das Kopieren von Wissen das ursprüngliche Wissen selbst ersetzt. Das Wissen um spezielle Technologien haben sich Spezialisten über einen langen Zeitraum erarbeitet. Sie haben gelernt, sich in ihrem Umfeld ständig weiter zu entwickeln und ihr Wissen kontinuierlich zu verbessern. Ständig gibt es neue Geräte und neue Maschinen. So kann es durchaus sein, dass der Spezialist in dem nächsten gleichartigen Projekt wieder neuere und modernere Bauteile verwendet. Darin liegt eigentlich der wahre Wert von Spezialisten. Ebenso kann es sein, dass die „Kopierer“ trotz der gelungenen Kopie, nicht erfolgreich in der Umsetzung sind.

Trotzdem ist es bis zu einem gewissen Grad machbar, Ihr Wissen in einem BIM-Projekt zu schützen. Es ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Und der Aufwand kostet. Meine Beratung ist ein Teil davon. Der beste Schutz für das Fachwissen ist aber eine ständige Erneuerung und Verbesserung Ihres eigenen Wissens.

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