BIM versus Lean Construction (Teil 3)

Digital ja, aber wenn ja dann wie? Um digital zu arbeiten benötigen wir Software, Hardware und Netzwerke. Wo sind die Herausforderungen? Was wird bereits umgesetzt? Was gibt es noch zu tun?

In der Vergangenheit gab es immer wieder gute und pragmatische Lösungsansätze. Sie waren am Ende vielleicht immer zu komplex und eher Expertensysteme. Die Kosten für die notwendige Software und Hardware waren auch sehr hoch. Sie sind nach und nach wieder in der Versenkung verschwunden. Die Grundvoraussetzungen haben sich heute aber verändert. Die notwendige Basis ist existent und auch erschwinglich.

Inhaltliche Voraussetzungen

Wir können es sehr ausführlich formulieren. Ich belasse es bei einer Kurzform. Das Bauwerks-Informations-Modell (BIM) wird von Teams erstellt, deren Mitglieder aus unterschiedlichen Unternehmen kommen und deren Standorte überregional verteilt sein können. Das Datenvolumen eines Bauwerks-Informations-Modells (BIM) kann sehr groß werden. Das Datenvolumen besteht aus grafischen Objekten und alphanumerischen Informationen.

Technische Erfordernisse

Aus den Voraussetzungen ergeben sich die technischen Erfordernisse von allein. Zur Organisation der Teams und der Daten benötigen wir Client-Server-Lösungen und Datenbanken, die in einer öffentlichen oder privaten Cloud installiert sind. Jeder am Projekt beteiligte muss eine Chance haben, auf die zentral abgelegten Daten zuzugreifen, Daten zu verändern und Daten hinzuzufügen oder auch nur Daten zu lesen.

Entwicklungsphase, Planungsphase, Bauphase (LOD/LOI 100-500)

BIM Manager, Projektleiter und Teams

Wir sind uns einig, dass die Organisation am Besten mithilfe von Lean Construction umgesetzt werden soll. Bisher gibt es aber weltweit nur sehr wenige Softwareprodukte, die die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit den unterschiedlichsten Lösungen. Mir gefällt bisher nur eine einzige. Sie muss nur noch ein wenig bekannter werden.

Planer, BIM Konstrukteure

Die besten CAD-Produkte arbeiten heutzutage immer noch Datei basierend. Weltweit haben wir uns auf das IFC-Format und BCF-Format zum Austausch von grafischen Daten und den dazugehörenden Informationen geeinigt. Ich vermisse immer noch eine allgemeingültige grafische Datenbank, an der sich beliebige CAD-Produkte anmelden können. Es ist schade, dass unsere führenden Softwarehersteller die Reorganisation ihrer CAD-Produkte noch nicht in Angriff genommen haben. Solange wir Datei basierend arbeiten, benötigen wir zur Organisation zwingend Dateimanagement-Systeme, die dann ja doch wieder auf der Basis einer Datenbank arbeiten.

Alle alphanumerischen Anwendungen sind im Laufe der Jahre zu Datenbank gestützten Client-Server-Lösungen von den Softwareherstellern umgebaut worden.

BIM Koordinatoren

Die BIM Koordination selbst ist mit oder ohne Datenbank notwendig. Mit einer grafischen Datenbank wird es aber einfacher werden.

Nutzungsphase und Verkauf (LOD 600)

Facility Manager, Asset Manager, Property Manager

Seit es Softwareprodukte für diese Phase gibt, werden Datenbanken und auch Client-Server-Lösungen eingesetzt. Die Anwender warten darauf, dass sie ein kompaktes LOD 500 Datenbank Paket bekommen. Alle Prozesse und Workflows in dieser Phase sind bereits in den vorhandenen Softwarelösungen abgebildet. 

Abrissphase, Wiederverwertung und Archivierung (LOD700)

Projektleiter

In diesem Bereich ist der Einsatz von Lean Construction ebenfalls sinnvoll. Sobald die ersten Gebäude mit vorhandenen LOD 700 Daten kommen, ist der Einsatz von Software in diesem Bereich zwingend notwendig und auch sinnvoll.

Fazit

Die Teamarbeit soll kooperativer, transparenter und leaner werden. Die digitale Durchgängigkeit ist noch ein wenig schwerfällig. Die Herausforderung liegt nicht im Bereich der Datenbanken und der Cloud. Die Arbeit wird immer noch von Menschen erledigt, die für ihren Arbeitsplatz digitale Werkzeuge benötigen, die tatsächlich auch die Arbeit erleichtert. Das Versus zwischen BIM und Lean Construction ist nicht wirklich existent. Für Lean Construction gibt es digitale Lösungen, die die Zahl der E-Mails und Telefonate drastisch reduziert und auch die Zahl der Besprechungen mit persönlicher Anwesenheit. Die digitalen Lösungen machen die persönliche Begegnung von Menschen nicht überflüssig! Die Datenhaltung des Bauwerks-Informations-Modells (BIM) sollte aber endlich von Datei basierend auf Datenbank basierend umgebaut werden.

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